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Die Geschichte unserer Familie

Die „Tessitura la Colombina“ wurde im Jahre1895 als Seidenspinnerei von Angelo Colombo gegründet und nach einerBetriebsumstrukturierung 1948 als Wollstoffweberei weiter geführt. Derursprüngliche Sitz des Familienbetriebes befand sich in der Brianza(Lombardei), und zwar in der Ortschaft Villa Romano` bei Inverigo.

Die zur Aufzucht der Seidenraupenerforderlichen Maulbeerbäume wurden von den Bauern der Umgebung gezogen, dieKokons wurden an die Spinnerei geliefert und vom geschulten Auge des Inhabersbegutachtet und anschließend zur Weiterverarbeitung verwendet. Dabei wurden die Kokons gereinigt und von denSeidenspinnerinnen, den so genannten „filandiere“, gesponnen, um dann in derWeberei verarbeitet zu werden.

Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts stieg der Bedarf an Seidenprodukten -auch für Kriegszwecke - derart, dass der Betrieb eine weitere Spinnerei inGalleria Veneta bei Padua erwarb, in einer vorwiegend ländlichen Gegend mitausreichend Arbeitskräften. Angelo Colombo lässt sich hier mit seiner Frau SavinaSommaruga nieder. Der Ehe entsprießen die Söhne Mario und Giuseppe, der dannnach Gandia in Spanien auswandert und dort eine Seidenspinnerei übernimmt,sowie die Tochter Placidia.

Mitte der 1930er Jahre prosperiert dasUnternehmen und Angelo Colombo erwirbt die Spinnerei in Badoere (Treviso), diezeitweilig mehr als 120 Personen beschäftigt und den ersten Betrieb mitindustrieller Produktionsweise der Umgebung darstellt.

Die fortschreitende Industriealisierung derLombardei und das damit einhergehende Verschwinden der Maulbeerbäume veranlasstdas Unternehmen zu Beginn der 1940er Jahre, den Standort Lombardei aufzugebenund sich auf Badoere zu konzentrieren. Sohn Mario Colombo und seine Frau ErinaGianola übernehmen in dieser Zeit den Betrieb und gestalten ihn in eine Webereium, da die Herstellungskosten von Seidenwaren zu hoch wurden und die Produktedurch die massive Einfuhr von billigen Textilfasern aus dem ostasiatischen Raumnicht mehr konkurrenzfähig waren. So verlegteman sich unter Verwendung hochwertiger Materialien auf die Verarbeitung vonWoll- und Baumwollprodukten. Das Sortiment umfasste Schals, Mützen, Handschuheund Decken, die zu Beginn in Handarbeit hergestellt und erst zu Beginn der1950er Jahre maschinell erzeugt wurden.

Unverändert blieb jedoch der Einsatz der Familie für Forschung undWeiterentwicklung, was auch weiterhin die Solidität des Unternehmensgarantierte. So wurden im Laufe der Jahre Vikunja-Wolle und andere edle Gewebeverarbeitet und an Modeschneidereien in ganz Italien geliefert, bisKonfektionswaren deren Erzeugnisse vom Markt zu verdrängen begannen. Zeugnisdieser besonderen Produktionsepoche war auch ein Showroom, den das Unternehmenzeitweilig in Venedig unterhielt.

In den 1970er Jahren schließlich wurde der Betrieb von Marios SohnGiuseppe in dritter Generation übernommen. Es wurden Handwebstühle angeschafft,um auf handwerkliche Produktion und als zweites Standbein auf Modezubehör und-Accessoires zu setzen. Dabei kamen vermehrt hochwertige Wollen und Garne inverschiedenen Farbmischungen und –Mustern zum Einsatz und wurden zuverschiedensten Kollektionen von Schals und Mützen verarbeitet.

Auch die lombardischen Wurzeln des Betriebes wurden gegen Ende der1980er Jahre durch eine intensive Zusammenarbeit mit seidenverarbeitendenBetrieben aus Como wieder aufgenommen, um nur beste Seide zu verarbeiten.

Inzwischen ist an der Seite von Giuseppe auch Sohn Mario in der4.Generation tätig. Zusammen arbeiten sie auch weiterhin an der Entwicklung undProduktion von Modezubehör und –Accessoires.

Unter dem Label „Nicki Colombo“ vermarktet das Unternehmen mittlerweileArtikel wie Schals, Handschuhe, Wollhüte, Taschen, Wollcapes und Mützen, mithinvieles, was der Markt so an Mode erfordert, so auch mit 100%igem Kaschmirverarbeitete flauschige Damen- und Herrenpullover.

Kann der Handwebstuhl in der heutigen Zeit wieder eine Herausforderungdarstellen?

Obwohl seit vielen Jahren ungenutzt, sind die alten, immer noch vorhandenenHolzwebstühle intakt und voll funktionsfähig. Nach Kontakten mit verschiedenenKlienten mit hohen qualitativen Ansprüchen im Spitzensegment, setzt LaColombina „Nicki Colombo“ - im Bewusstsein der Einzigartigkeit dieserProduktionsweise - seit 2014 auch wieder auf diese nicht vergessene undtradierte Handfertigkeit im eigenen Warensortiment und entwickelt gleichzeitigspezielle Produkte für weltweit führende Unternehmen in der Modebranche.

 

Der Standort Badoere hat einen ganz besonderen Charme: 1676 errichtetendie Familie der venetianischen Adeligen Badoer, gleichsam vorausschauend, denbekannten, von Arkaden gesäumten runden Platz, wo im übertragenen SinnLandwirtschaft, Handel und Handwerk zusammentreffen konnten. La Colombina„Nicki Colombo“ reiht sich in diese Tradition ein, verwendet nur bestesFasermaterial, nimmt sich des Produktdetails an, fördert die lokale Produktionund trägt somit zum Symbol des 100%igen „Made in Italy“ bei.

 

MarioColombo